Ich bin gerne in Köln (da hab‘ ich schließlich studiert), und ich mag Literatur (Überraschung!) – warum war ich eigentlich bisher noch nie auf der LitCologne?
Egal, dieses Jahr hab‘ ich es nachgeholt und mir eine Lesung von Anthony McCarten im Gloria-Theater angesehen. Der Neuseeländer war gut aufgelegt und gab unterhaltsame Antworten auf Margarete von Schwarzkopfs Fragen, die den Abend gewohnt souverän moderierte. Etwas stolpernd kämpfte sich dagegen der Schauspieler, der die deutschen Passagen vorlas, durch den Text. In der Federwelt gibt es eine schicke Rubrik zum Thema „Lesungen“, die jedes Mal endet mit der Feststellung „Jemanden gut zu unterhalten ist eine Frage der richtigen Vorbereitung“. Stimmt! Und in diesem Fall war da noch ein bisschen – ähhh – Luft nach oben.
Aber: Wir hatten einen schönen Abend, das Kölsch war auch mal wieder lecker, und ich habe mich tüchtig gefreut, dass ich nach mehreren Jahren Abstinenz einen Zwischenstopp beim weltbesten Falafelimbiss einlegen konnte.
Wird das E-Book bald das gedruckte Buch ablösen? Werden die Leser sich die Inhalte – zack – innerhalb von Sekunden aus dem Netz herunter laden, weil es a) einfacher und b) günstiger ist? Und: Ist die Herstellung überhaupt deutlich billiger? Der letzten der drei Fragen geht ein interessanter Artikel in der New York Times nach.
Schade wär’s ja schon. Als haptisches Wesen mag man doch das Gefühl, ein gedrucktes Buch in den Händen zu halten, es aufzuschlagen und die rauen Seiten umzublättern. Außerdem riecht ein neues Buch unvergleichlich gut, nämlich nach unentdeckten Geschichten, in die man idealerweise so tief abtauchen kann, dass man die Zeit vergisst.
Zugegeben: Das ist vermutlich eine sehr romantische Vorstellung des Leseprozesses. Und für die digitale Generation, die mit Facebook, Twitter & Co. aufwächst, bestimmt so gar nicht mehr nachvollziehbar 😉
Wer ein Buch vermarkten möchte, braucht bewegte Bilder. Oder? Matthias Keidtel sieht das nicht so, das Ergebnis ist ein ziemlich lustiger Film. Na gut, wahrscheinlich ist der Trailer ein gewollter Marketing-Dreh mit vorher festgelegten Rollen. Aber die Idee ist witzig – der Film hebt sich zumindest von der Masse ab!